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Lager­luft

Lager­luft bezieht sich auf den freien Raum oder das Spiel zwischen den verschie­de­nen Kompo­nen­ten eines Wälzla­gers, wie zum Beispiel den Kugeln oder Rollen und den umgeben­den Laufrin­gen. Diese Luft oder dieses Spiel ist notwen­dig, um sicher­zu­stel­len, dass das Lager reibungs­los funktio­niert und sich bei Betrieb richtig ausdeh­nen und kontra­hie­ren kann. Die Lager­luft hat direkte Auswir­kun­gen auf die Funkti­ons­weise und Leistung des Lagers.

Es gibt verschie­dene Arten von Lager­luft, die je nach Anwen­dung und Konstruk­tion variie­ren können:

  • Vorge­spannte Lager: In diesen Lagern wird die Lager­luft bewusst verrin­gert, um eine bestimmte Vorspan­nung zu erzeu­gen, die die Steifig­keit und Präzi­sion des Lagers erhöht. Dies wird oft in Anwen­dun­gen mit hoher Präzi­sion und gerin­gem Spiel benötigt.
  • Standard­la­ger­luft: Dies ist die normale, vom Herstel­ler vorge­se­hene Lager­luft. Sie bietet ausrei­chend Spiel für den ordnungs­ge­mä­ßen Betrieb des Lagers und eine gewisse Toleranz gegen­über thermi­schen Ausdeh­nun­gen und Belastungen.
  • Erhöhte Lager­luft: In einigen Fällen kann es erfor­der­lich sein, die Lager­luft zu erhöhen, um beispiels­weise thermi­sche Ausdeh­nun­gen oder axiale Belas­tun­gen auszu­glei­chen. Dies kann in Anwen­dun­gen mit hohen Tempe­ra­tu­ren oder starken Vibra­tio­nen erfor­der­lich sein.

Die Lager­luft­klas­sen, auch als Toleranz­klas­sen bezeich­net, werden norma­ler­weise durch die Herstel­ler von Wälzla­gern spezi­fi­ziert und dienen dazu, die Genau­ig­keit und Spiel­raum der Lager zu definie­ren. Hier sind einige gängige Lagerluftklassen:

  • C0 (Standard­luft): Dies ist die normale Lager­luft, die vom Herstel­ler vorge­se­hen wird. Sie bietet ausrei­chend Spiel für den ordnungs­ge­mä­ßen Betrieb des Lagers und eine gewisse Toleranz gegen­über thermi­schen Ausdeh­nun­gen und Belastungen.
  • CN (Normale Lager­luft): Ähnlich wie C0, aber mit etwas gerin­ge­rer Toleranz. Dies wird oft für Anwen­dun­gen mit weniger stren­gen Anfor­de­run­gen an Genau­ig­keit und Steifig­keit verwendet.
  • C2 (Kleine Lager­luft): Diese Klasse hat eine gerin­gere Lager­luft als C0 und bietet eine höhere Steifig­keit und Präzi­sion. Sie wird oft in Anwen­dun­gen mit sehr gerin­gem Spiel oder hoher Präzi­sion verwendet.
  • C3 (Größere Lager­luft): Diese Klasse hat eine größere Lager­luft als C0 und wird oft für Anwen­dun­gen mit höheren Tempe­ra­tu­ren oder stärke­ren Vibra­tio­nen verwen­det, um thermi­sche Ausdeh­nun­gen oder axiale Belas­tun­gen auszugleichen.
  • C4 (Größere Lager­luft als C3): Diese Klasse hat eine noch größere Lager­luft als C3 und wird für Anwen­dun­gen mit extre­men Bedin­gun­gen wie sehr hohen Tempe­ra­tu­ren oder starken Vibra­tio­nen verwendet.
  • C5 (Größere Lager­luft als C4): Diese Klasse bietet die größte Lager­luft und wird für Anwen­dun­gen mit extre­men Bedin­gun­gen verwen­det, bei denen eine maximale Toleranz gegen­über thermi­schen Ausdeh­nun­gen oder Belas­tun­gen erfor­der­lich ist.

Die Auswahl der richti­gen Lager­luft­klasse hängt von verschie­de­nen Fakto­ren ab, darun­ter die Art der Belas­tung, die Betriebs­um­ge­bung, die Anfor­de­run­gen an Präzi­sion und Steifig­keit sowie die Herstel­ler­emp­feh­lun­gen. Es ist wichtig, die richtige Lager­luft­klasse gemäß den Anfor­de­run­gen der Anwen­dung und den Empfeh­lun­gen des Herstel­lers zu wählen, um eine optimale Leistung und Lebens­dauer des Lagers sicherzustellen.